Gutsdorf Friedenfelde
GutsdorfFriedenfelde

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Ort Friedenfelde 4

17268 Gerswalde

Über das Gutsdorf Friedenfelde und das Elternhaus des Dichters der Romantik Achim von Arnim

Friedenfelde ist ein kleines Gutsdorf im Herzen der Uckermark, gelegen am nördlichen Rand des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin.
Die Landschaft ist hügelig und eiszeitlich geprägt.
Gegründet wurde der Ort mit der Errichtung eines Rittervorwerkes im Jahre 1743 durch den Grafen Ernst Philipp v.Münchow (seßhaft in Prenzlau).
Im Jahre 1763 wurde das Gut (Gutshaus mit enigen Nebengebäuden, Stallanlage und Arbeiterhäusern) durch Joachim Erdmann von Arnim gekauft und zu einem Rokoko-Herrensitz umgebaut.
Joachim Erdmann von Arnim entstammte der Gerswalder Linie derer v.Arnim und hatte durch Erbteilung im Jahr 1743 bereits das benachbarte Vorwerk Neudorf und das entfernter gelegene Örtchen Kaakstedt (mit dem Kirchenpatronat) erhalten. 
Er ist der Vater des Romantikdichters Achim v.Arnim und lebte in Friedenfelde bis zu seinem Tod 1804. Er wurde in der Kaakstedter Kirche bestattet.
Nach seinem Tod verfiel das Gut und bei einem Besuch im Jahre 1809 beschrieb sein Sohn Achim (der nun als neuer Gutsherr seinen Pflichten nachkommen mußte) das Schloß:" ...ganz  türkisch mit vielen der wunderbarsten Türme, in der Form, wie aus Spielkarten gewöhnlich verfertigt werden. Darauf stand Sonne und Mond; der Mond ist aber kürzlich untergegangen, sowie zwei Türme eingestürzt sind mitsamt den Zimmerdecken...".
Das Gut wurde 1818 verkauft und kam nach verschiedenen Besitzwechseln und Umbauten 1901 wieder in den Besitz des Enkelsohns Achim v.Arnims : Annois v.Arnim.
Dessen Sohn bewirtschaftete das Gut bis 1945 zusammen mit Neudorf.

Nach 1945 wurde das Gutshaus als Wohnhaus für anfangs 13 Flüchtlingsfamilien genutzt. Ende der 50er Jahre wurde die Aufsiedelung und Verteilung an die Neubauern aufgehoben und die Ländereien mit dem Gutshaus unter die Verwaltung des VEG Temmen (volkseigenes Gut) gestellt.

Das Gutshaus überstand durch den ständigen und engagierten Einsatz der jeweiligen Mieter mehrere Abrißversuche und konnte 1978 unter Denkmalschutz gestellt werden.

1990 kam es unter Verwaltung der Treuhand und wurde nach langen Verhandlungen im Dezember 1996 an die Familie Nowatzki verkauft, die das Haus bis Ende 2019 bewirtschaftete.

 

Seit 2020 befindet sich das Gutshaus im Besitz der Friedenfelde GbR, vertreten durch Frau Dr.Annedore Streyl und Herrn Dr.Thomas Rieger. Derzeit wird das Gutshaus und die umgebenden Anlagen umfassend saniert.

Gutshaus um 1935
Gutshaus um 1960

Das zum Gut Friedenfelde gehörende - und als Verwalterhaus genutzte - Gutshaus in Neudorf wurde 1995 von der damaligen Gemeinde Friedenfelde gekauft und an den Verein "Haus Neudorf" verpachtet, der dort mit viel Liebe und Aufwand die Renovierung durchgeführt hat. Das Haus wird heute für Internationale Begegnungen mit Osteuropa und als Rückzugsmöglichkeit für sozial schwache Familien genutzt.

Friedenfelde war bis zur Gemeindereform 2002 selbstständige Gemeinde und gehört nun als Ortsteil zur Gemeinde Gerswalde , die mit 5 weiteren Gemeinden das "Amt Gerswalde" bildet.

Die Störche kommen jedes Jahr im April und bereichern das Dorfleben. Ebenso sind die Kranichzüge nicht wegzudenken.
Auf den Feldern und in den Wäldern um Friedenfelde bieten sich herrliche Möglichkeiten zur Wildbeobachtung. Der nahe Stiernsee lockt zum Baden und die Wege bieten immer neue , wunderbare Ausblicke in eine herrliche und weitgehend naturbelassene Landschaft.

Im Jahr 2006 wurde uns anläßlich der 750-Jahr Feier Gerswaldes die Chronik der Schule Friedenfelde übergeben, die als verschollen galt, jedoch lange Jahre im Besitz des letzten Friedenfelder Lehrers gewesen ist. Diese Chronik - größtenteils noch in Sütterlin-Handschrift verfaßt - wurde nun ausgewertet und übersetzt. Unser Dank gebührt Erhard Rieger vom Heimatverein Groß Fredenwalde, der die Sütterlin-Handschrift in mühseliger Kleinarbeit entziffern konnte !!
Weiterhin erhielten wir von Familie Nagel die Recherche-Unterlagen von Vater und Großvater über Friedenfelde. Hierbei ist auch ein Briefwechsel mit dem letzten Arnimschen Besitzer des Gutes Friedenfelde (Achim v. Arnim). Diese Unterlagen bereiten wir ebenfalls noch auf.
Aus dem Nachlaß der Margarethe v.Arnim übergab uns Fr.v.Arnim die Genealogie der Friedenfelder Linie derer v.Arnim, was uns weitere Hinweise zur Friedenfelder Geschichte lieferte.
Ende 2008 konnten wir aus dem Landeshauptarchiv in Potsdam ein Planfragment und Ansichten des Gutshauses erhalten, die vermutlich aus dem Jahr 1763 datieren. Dazu erhielten wir auch einen (vielseitigen !) Briefwechsel zwischen dem König und Joachim Erdmann von Arnim, der nun übersetzt vorliegt: er bietet tiefe Einblicke in die Bürokratie zu Zeiten des Alten Fritz - es ging um die Einrichtung einer Pfarrstelle in Friedenfelde!

Weitere Informationen finden Sie bei uns im Cafe.

Unser Bücherregal im Cafe beinhaltet neben verschiedenen Werken und Briefen Achim v.Arnims auch einige umfassende Chroniken:

 

Achim v.Arnims Eltern in Friedenfelde

Schulchronik der Schule Friedenfelde (von ca.1876 bis 1963)

Chronik der Gemeinde Gerswalde

Kurzchroniken der Orte im Amt Gerswalde

Informationen zu den Arnim'schen Gütern Zernikow und Wiepersdorf

 

Soweit zeitlich möglich, beantworten wir auch gerne Ihre Fragen.

Sie erhalten bei uns auch Wanderkarten und touristische Informationen zu unserer Region und der Uckermark.

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